Verlag Blaues Schloss Marburg

Das blaue Schloss

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Der Verlag Blaues Schloss und und Buchhandlung Inge Jakobi

Lesungen Lothar Hoischen und Irmgrad Pfürtner-Bloos

 

1. Lesung

Hoischen, Lothar • Mathematiker und Maler •
Landschaft und Grafik

Gemälde-Katalog

in der Buchhandlung „jakobi“ am Steinweg 45, 35037 Marburg
30. Oktober 2018 18.30 Uhr

 

Die Buchhändlerin Frau Jakobi stellt vor:

"Ich möchte Ihnen heute ein Buch vorstellen, ästhetisch besonders schön gestaltet, eine hohe Buchkultur. Herr Lothar Hoischen war Mathematiker, Universitätsprofessor in Gießen, aber auch leidenschaftlicher Maler im Verborgenen. Frau Hoischen hat ein Haus voller wunderbarer Kunstwerke, die bis dahin bis zur Gründung der Galerie Haspelstraße eins nie präsentiert wurden. Hier sind nun einige der Gründungsmitglieder anwesend. Ja, und auf einmal reden wir über Lothar Hoischen nicht als Mathematiker oder Professor, sondern als Künstler. Das Buch präsentiert einen Gang durch die Ausstellung sowie darüber hinaus auch weitere Werke. Fotografisch ist es von Karl-Heinz Schumacher umgesetzt worden. Als Buchhändlerin kann ich sagen: ich habe selten so einen gelungenen Band in der Hand gehabt."

 

 

"Es war nicht zu übersehen, dass im Haus des Ehepaars Hoischen jede Menge Bilder hingen. Es war nur ein kleiner Schritt, um zu erkennen, dass diese Bilder vom Mathematikprofessor Hoischen waren, der hier in Marburg studiert hat. Danach ist er zur Uni Gießen gegangen, hat dort eine Zeitlang gelebt. Deshalb gibt es auch einige Ansichten von Gießen. Zumeist jedoch hat Lothar Hoischen als Plaine-Air-Maler Landschaften gemalt.
Das Buch präsentiert ein Stück Kulturgeschichte und bewahrt es für Marburg, denn es ist ein Blick in eine Welt als die Professoren neben in ihren Beruf in vielerlei Weise auch künstlerisch tätig waren. So hat Hoischen eine Ausbildung am hiesigen Institut für Grafik und Malerei absolviert. Interessant ist auch, dass es im Buch zu den Bildern Fotos von den Landschaften gibt, die Hoischen gemalt hatte. In den Landschaftsbildern hat Hoischen eine sehr eigenständige Handschrift entwickelt. Die Bilder strahlen eine ganz spezifische Farbigkeit aus. Um so bedauerlicher ist es, dass durch den frühen Tod von Herrn Hoischen, Marburg eine großes künstlerische Talent verlorengegangen ist."


 

 

 

Lothar Hoischen wurde am 22. November 1935 in Rüthen (Kreis Lippstadt) geboren. Sein Vater unterrichtete am dortigen Gymnasium Mathematik und Physik, aber er war auch ein begeisterter Landschaftsmaler. Schon früh zeigte sich bei seinem Sohn ebenfalls eine mathematische und eine zeichnerische Begabung.

Von 1955 bis 1960 studierte Lothar Hoischen an der Philipps-Universität Marburg Mathematik und Physik und schloss seine Ausbildung mit dem Staatsexamen ab. 1961 nahm er eine Assistentenstelle am Mathematischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen an und wurde dort 1962 promoviert. Anschließend ging er für 1 Jahr nach Amerika und lehrte an der Universität in Sacramento (Kalifornien). Nach Gießen zurückgekehrt folgte 1966 seine Habilitation. Ab 1970 bis zu seiner Pensionierung 1999 war er als Professor für Mathematik an der Justus-Liebig- Universität Gießen tätig.

Lothar Hoischens künstlerisches Interesse galt der Entwicklung der europäischen Malerei von den Alten Meistern bis zur Gegenwart. Er besuchte viele Kunstausstellungen und informierte sich in Buchveröffentlichungen über Künstler und ihre Werke. Aber der Expressionismus und die Moderne blieben die bevorzugten Stilrichtungen.

Im Jahre 1972 heiratete er Gisela Wiesner. Sie unterstützte und begleitete ihn oft auf Fahrten und Wanderungen in die Umgebung von Gießen und Marburg, wo er seine Motive fand. Die hessische Hügellandschaft, der oft rötliche Sandboden, die Kiefern mit ihrer charakteristischen gelbroten Rinde und den blaugrünen Nadeln, waren seine bevorzugten Objekte.

In den 1970 bis 1990er Jahren malte er die großformatigen Ölbilder, die alle vor Ort entstanden sind.
Sie zeugen von starkem Farb- und Formempfinden und der Fähigkeit, die Natur intensiv zu erleben und in seinen Werken expressiv umzusetzen. Aber auch die grafischen Techniken interessierten ihn. Schon während seines Studiums und später neben der Berufs¬tätigkeit besuchte er Kurse am Institut für Malerei und Grafik in Marburg.

In den 1980er Jahren entstanden Arbeiten in den Techniken Lithografie, Radierung, Portrait- und Aktzeichnen. Ab 1990 bevorzugte er die Radiertechnik, bearbeitete und druckte die Arbeiten im eigenen Atelier.

 

 

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2. Lesung:

Dr. Irmgrad Pfürtner-Bloos:
• Alter und Tod • Gedichte

9 Gemälde in Farbe von Rolf Gentz

in der Buchhandlung „jakobi“ am Steinweg 42, 35037 Marburg
Dienstag, den 20. November 2018, 18.30 Uhr

 

Inge Jakobi stellte Form und Inhalt des Buches „Alter und Tod“ den Anwesenden vor. Sie verwies auch auf die Struktur der Stationen von „Ruhestand“, “Übergang“, “Zahltag“, “Siechtum“, „Loslassen“, „Froststarre“,“ Sterben“, „Von uns gegangen“ und erläuterte das Besondere und die Qualität der Gedichte.

„Das trifft auf mich noch nicht zu.“

Die Befürchtung der Autorin Irmgard Pfürtner-Bloos, dass der Schneefall vom zahlreichen Besuch ihrer Lesung abhalten würde, erwies sich als unbegründet. Denn es wurde voll in der Buchhandlung Jakobi am Steinweg 42 in Marburg, in der Frau Pfürtner-Bloos aus Ihrem Buch „Alter und Tod“ intensiv, konzentriert und recht lebendig vortrug. Und das in guter Kenntnis all der Schritte oder Phasen im Alter, die nach der Rente ihren Lauf nehmen. Eine klare, treffsichere und wortstarke Protokollantin der letzten Lebensabschnitte, die zumeist recht ungern als solche wahrgenommen werden.

Denn merkwürdigerweise betrachten sich viele Zeitgenossen einerseits als Realisten, schrecken aber dann andererseits gerade vor der Realität ihrer Sterblichkeit zurück. „Das trifft auf mich noch nicht zu.“ „Dazu gehöre ich nicht“. „Ja, sterben, das tun immer nur die anderen.“ - Es ist so als wenn ein Zug bereits in einen Zielbahnhof eingefahren wäre, indessen die Fahrgäste sich angeregt weiter darüber unterhalten, dass die Fahrt doch noch recht lange dauern wird.

Sicherlich hat sich zu Frau Pfürtner-Bloos‘ geistigem und sprachlichem Vermögen ihre jahrzehntelange praktische Erfahrung als Ärztin gesellt, welche ihre Menschen- und Lebenskenntnisse untermauerte. Und auch ihre Ehegemeinschaft mit dem in den 70-er Jahren bekannten und streitbaren Theologen Prof. Dr. Stephan H. Pfürtner hatte der Autorin weiteres Potenzial gegeben, Härten und Widrigkeiten des Lebens unbeschadet zu überstehen. Sie nannte es schlicht: „Die Verankerung nach oben!“ und wies diskret mit dem Finger in die Höhe. Auch das führte zu einem angeregten Austausch im Publikum, zum Beispiel, ob denn da etwas sei danach …

 

„Alter und Tod“ ist das zweite Buch, das die Autorin innerhalb von zwei Jahren im Verlag Blaues Schloss zum Abschluss gebracht hat. Auch ihr erstes Buch mit dem Titel „Praxislichter“ ist ein illustrierter Lyrikband mit Gemälden ihrer Tochter, der Internistin Mona Pfürtner, der sich auf die Begegnungen mit Patienten konzentriert, deren Krankheits- oder Lebensschicksale die Ärztin besonders beschäftig haben.


Bei der Veranstaltung ebenfalls anwesend war der prominente russiche Autor aus Moskau Wjatscheslav Kuprijanov, der sich nach seiner Lesung in der Neuen Literarischen Gesellschaft für einige Tage in Marburg aufhält.

Siehe weiteres zu W. Kuprijanow»

 

Dr. Pfürtner-Bloos, Irmgard
Alter und Tod
Gedichte
9 Gemälde in Farbe
von Rolf Gentz
Kartoniert: 130 Seiten,
ISBN 9783943556-82-7
Preis: 13,90 €

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Mail: irmpf@gmx.net

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Dr. Pfürtner-Bloos, Irmgard
Praxislichter
Gedichte
Mit Bildern von Mona Pfürtner
Kartoniert, 17 x 22cm, 76 Seiten
8 Farbabbildungen
ISBN 978-3-943556-57-5
Preis: 12,90 €

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