Verlag Blaues Schloss Marburg


Das blaue Schloss

 

Der DurchstreicherSchwebel, Horst
Der Durchstreicher
Geschichten
Kartoniert, 104 Seiten
ISBN 978-3-943556-09-4
Preis: 12,95 Euro

 

 

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Die neun Geschichten handeln von Kunstfälschern, Künstlern, konkurrierenden Architekturprofessoren, von einem Unternehmer, der einen Pfarrer kauft, einem Baron, der für seinen Sohn einen Doktortitel erwerben will und von anderen auffällig gewordenen Zeitgenossen. Obgleich die Geschichten auf den ersten Blick kaum zu glauben sind, haben sie meist einen realistischen Kern. Mit Schmunzeln und Augenzwinkern vermittelt der Autor, dass Alltägliches und Fiktion mitunter nahe beieinander liegen und bereits der Alltag satiretauglich ist.
Bild Schwebel Horst Schwebel wurde 1940 in Frankfurt geboren und studierte Philosophie, Theologie und Christliche Archäologie in Frankfurt und Marburg. Seine Doktorarbeit wurde veröffentlicht unter dem Titel „Autonome Kunst im Raum der Kirche“, die Habilitation nach der Pfarrerausbildung unter dem Titel „Das Christusbild in der bildenden Kunst der Gegenwart“. Von 1980 bis 2006 war Schwebel Professor für Praktische Theologie und Direktor des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart. Im Rahmen dieser Tätigkeit war Schwebel Kurator zahlreicher Ausstellungen, hielt im In- und Ausland Vorträge und publizierte zum Kirchenbau, zur Ikonographie der Religionen und zum Verhältnis von Kunst und Theologie. („Die Kunst und das Christentum. Stationen eines Konflikts“). Er war evangelischer Herausgeber der oekumenischen Zeitschrift „Kunst und Kirche“ und ist mit Albert Gerhards Herausgeber der Schriftenreihe „Ästhetik – Theologie –Liturgik“. In Helsinki erhielt er 1996 einen theologischen Ehrendoktor. Er ist ACE – Fellow in Berkeley, California. In seinem Kunst- und Ästhetik–Verständnis ist Schwebel stark von Theodor W. Adorno geprägt, theologisch von Paul Tillich und Carl Heinz Ratschow. Trotz ihrer gesellschaftlichen Marginalisierung sind Kunst und Religion angesichts von Verdinglichung und einem einseitig auf materielle Werte ausgerichteten Lebenskonzept unverzichtbar. Kunst und Religion sind beide davon bedroht, für fremde Zwecke instrumentalisiert zu werden. Einem solchen „Um–Zu–Denken“ zu wehren, gilt der intellektuelle Einsatz. In seinen Geschichten wird der hohe Anspruch an Kunst, Religion und Wissenschaft mit alltäglichen Vorkommnissen konfrontiert. Gemessen am Ideal ist der Alltag ein Satyrikon. Man begegnet dem Kunstfälscher, der einen Museumsdirektor unter Druck setzt, dem Künstler, der eine Masche erfindet, dem Unternehmer, der sich einen Privatpfarrer hält, dem Baron, der sich für seinen Sohn einen Doktortitel kauft und manch anderen bemerkenswerten Zeitgenossen. Alle Geschichten sind fiktiv, gleichwohl schwingt der Erfahrungshintergrund des Autors durch, weshalb einem Eingeweihten das eine oder andere Vorkommnis nicht völlig unbekannt sein mag. In einem Fall mag man schmunzeln, in einem anderen Fall mag sich Ironie oder sogar Sarkasmus einstellen.

 

 

Zum "Der Durchstreicher" von Horst Schwebel 5.0 von 5 Sternen - Gelungene Satiren über Kunst und Kirche, 4. März 2012 Von Dieter Meier Mit "Der Durchstreicher" erscheint im neuen "Verlag Blaues Schloss" eine Sammlung von neun Geschichten von Horst Schwebel. Schwebel ist emeritierter Professor für Praktische Theologie in Marburg und war dort 26 Jahre Direktor des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst. Und um Kunst und Kirche drehen sich auch seine "Geschichten", die doch besser "Satiren" genannt werden. Aus der Distanz und der Ruhe des emeritierten Gelehrten zeichnet Schwebel einige illustre Geschichten, denen es gelingt, auf dem für die Satire passenden schmalen Grat zwischen Phantasie und Wirklichkeit entlang zu tänzeln. Manche Personen und Ereignisse scheinen der Wirklichkeit entnommen, andere nehmen in ihr ihren Ausgangspunkt, um den Leser an der Hand mit auf skurrile Reisen zu nehmen. Die Kopfgeschichte "Der Durchstreicher" erzählt von einem an sich talentierten Künstler, der aber erst dann erfolgreich wird, als er auf die Idee kommt, Fotos durchzustreichen. Eine Sammlung seiner Werke könnte man sich gut auf der Dokumenta vorstellen. Eine andere Satire schildert eine Kunstrichtung, die sich an den Verpackungen von Aldi orientiert. Der "Aldiismus" findet viel lobende Anerkennung bei den Kunstkritikern. Eine weitere Geschichte "Ich kaufte mir einen Pfarrer" extrapoliert den Titel auf süffisante Weise. Die Satire "Wie man einen Doktor kriegt" persifliert den akademischen Titelkauf und das Ghostwriting, nicht ungefähr vom bekanntesten ehemaligen Doktorträger inspiriert.
Es ist oft keine gute Idee, wenn Wissenschaftler plötzlich belletristisch werden. Doch hier ist das Unternehmen geglückt. Horst Schwebel bringt seine Geschichten ohne (obwohl in der Satire auch erlaubten) Polterton, sondern eher in feiner Ironie dem Leser nahe. Seiner literarisch gut vorgetragenen Kritik merkt man ihr Lächeln an. Viele Leser werden sich wiederfinden in seinen Betrachtungen zur Kunst und zur Kirche. Ein sehr lesenswerter und unterhaltsamer Band.

Das Magazin für Kunst - Kultur - Theologie - Ästhetik
Tà katoptrizómena schreibt:
Die in "Der Durchstreicher" versammelten satirischen Erzählungen von Horst Schwebel kreisen erkennbar um sein Berufsfeld in der alten Universitätsstadt Marburg, um die komplexe Beziehung von Religion und Kunst, um die moderne Geschichte der autonomen Kunst und um das Schicksal der Kirche und ihrer Vertreter in einer postmodernen Welt, die nicht weiß, ob sie noch postreligiös oder nicht doch lieber schon postsäkular ist. Hier greift der Autor beschreibend ein, gräbt sich kritisch in die Textur der Zeit. Die Form, die er wählt, ist nicht die Hyperbel, eher ist es schon die Persiflage, wenn man darunter versteht, dass gleiche Inhalte wie in der Wirklichkeit mit kritischen Untertönen zur gewitzten und geistvollen Verspottung vorgestellt werden. Über die bloße Verspottung hinaus geht es aber auch darum, das Beschriebene als ein Zeichen an der Wand zu lesen: Mene mene tekel u-parsin. Artikelnachweis: http://www.theomag.de/76/am384.htm © Andreas Mertin, 2012

 

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