Verlag Blaues Schloss Marburg

Das blaue Schloss

 

Savigny in MarburgReihe Uni im Café 5
Backhaus, Ralph
Savigny in Marburg
Verlag Blaues Schloss 2013
Kartoniert, 62 Seiten
ISBN 978-3-943556-26-1
Preis: 8,50 Euro

 

 

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Im April 1795 ließ sich der damals 16-jährige Friedrich Carl von Savigny an der Marburger Universität als Jurastudent einschreiben; im Sommer 1799 schloss er dort sein Studium ab. Danach unternahm er eine Reise, die ihn unter anderem nach Jena führte, damals das Zentrum der Romantik, wo Größen der Zeit wie Schiller, Schelling und Fichte lehrten; im berühmten Salon der Brüder Schlegel trafen sich dort Persönlichkeiten wie Hölderlin, Novalis und Brentano. Nach dieser Reise setzte Savigny in Marburg seine juristischen Studien fort. Im Herbst 1800 wurde er promoviert; im Frühjahr 1803 konnte seine erste große Monografie zum „Recht des Besitzes“ fertig gestellt und publiziert werden. Auch in dieser Marburger Zeit hatte er Kontakt mit berühmten Literaten wie Clemens und Bettina Brentano, Achim von Arnim, Sophie Mereau und Caroline von Günderrode. Savigny hat die Grundlagen der von ihm begründeten und für die Rechts-wissenschaft des 19. Jh. prägend ge­wor­denen „Historischen Rechtsschule“ zwar erstmals in seiner 1814 publizierten Schrift „Vom Beruf unserer Zeit für Gesetzgebung und Rechtswissenschaft“ explizit formuliert. Er hat diese Prinzipien aber weitgehend schon in seiner Marburger Zeit entwickelt.

Bild Backhaus

Ralph Backhaus (* 1950) ist Professor für Bürgerliches und Römisches Recht an der Philipps-Universität Marburg. Er studierte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Rechtswissenschaften und promovierte auch dort. Nach einer langjährigen Tätigkeit als Richter am Landgericht und Oberlandes­gericht sowie als wissenschaftlicher Mitarbei­ter am Bundesverfassungsgericht kam er zum Wintersemester 1996/97 nach Marburg. Von November 1997 bis Dezember 2007 war er zudem als Richter am Kartell- und Urheberrechtssenat des OLG Frankfurt tätig. Forschungsschwerpunkte sind methodologische Fragen der römischen Rechtsgeschichte sowie das Verhältnis von Philosophie und Recht, daneben das Bürgerliche Recht und das Urheberrecht.

 



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Bild Savigny

Savigny stammte aus einer alten lothringischen Familie, die ihren Namen von der Burg Savigny in der Nähe von Charmes im Moseltal ableitete. Sein Vater Christian Karl Ludwig von Savigny war geheimer Regierungsrat des Fürsten von Isenburg und lebte später in Frankfurt am Main.
1795 schrieb sich Savigny an der Universität Marburg zum Jurastudium ein. Zu seinen akademischen Lehrern zählten Anton Bauer (1772–1843) und Philipp Friedrich Weiß (1766–1808).

Im Sommer 1799 verlebte Friedrich Carl von Savigny einige Zeit auf einem der Familie von Leonhardi gehörenden Gut in Lengfeld (Odenwald). Friedrich von Leonhardi war ein Studienfreund aus Marburg. Dort traf er die 19 Jahre alte Karoline von Günderrode, die sich in ihn verliebte. Nach Studien in Jena, Leipzig, Göttingen und Halle kehrte er 1800 nach Marburg zurück, wo er im selben Jahr promoviert wurde.

In Marburg unterrichtete er als Privatdozent Strafrecht und die Pandekten, zu seinen Schülern gehörten unter anderem die Brüder Grimm. 1803 veröffentlichte er seine berühmte Untersuchung Das Recht des Besitzes. Im Mai 1803 verlobte er sich mit Clemens' älterer Schwester Kunigunde (genannt Gundel) und heiratete sie am 17. April 1804 in der protestantischen Kirche zu Meerholz, obwohl sie eigentlich katholisch war. 1808 wurde er auf eine ordentliche Professur für römisches Zivilrecht an die Universität Landshut berufen, wo er nur drei Semester unterrichtete.