Verlag Blaues Schloss Marburg

Das blaue Schloss

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„Floss durch Marburg drei Tage die Drau?“

Hier die Antwort an alle Zweifelnden:

„Die Drau fließt durch "Marburg" immer, aber slovenische Lyrikerinnen und ein slovenischer Novellist waren drei Tage an der Lahn.“

Dass Marburg „Twin-towns“ hat, ist selbstredend. Dass eine Twin-town von Marburg „Marburg“ heißt, bedarf einer kleinen Erklärung: denn „Marburg“ ist von Marburg ganz weit weg.

Wenn jemand in einer Marburger Gasse fragt: „Wie komme ich nach 'Marburg'?“, sollte er sich auf eine lange Reise gefasst machen! Und sein Hessisch vergessen! Denn in „Marburg“ wird slovenisch gesprochen, auch wenn sich das in Marburg noch nicht so schnell herumgesprochen hat. Aber der Anfang wurde gemacht.

So kam es, dass man in Marburg zwar nicht drei Tage das Rauschen der „Drau“ vernahm, dafür den Klang slowenischer Dichtung und Prosa. Also die Stimmen ganz echter „Marburger“. Extra dazu war „Marburg“ nach Marburg gekommen! Das ganz ohne geographische Verschiebungen! Einfach mit dem Zug. Wenn auch nicht mit dem Extrazug. Und da der Zug keine Städte transportiert, sondern Personen, entstiegen ihm die „Marburger“ oder präziser, die Mariborer Kristina Kočan, Petra Kolmančič und Tomo Podstenšek.

Obwohl die Gäste recht jung waren, war es der Anlass nicht mehr ganz: nämlich die 50-jährige Partnerschaft mit Maribor und die 40-jährige literarische Freundschaft mit Maribor und der Marburger Neuen Literarischen Gesellschaft.

Die slovenischen Gäste im "Marburger Hof": Kristina Kočan, Petra Kolmančič und Tomo Podstenšek

Damit sollten alle Unklarheiten beseitigt sein. Zumal die Klarheit slowenischer Sprache an der Lahn zu Gast war. Ja, selbst die Lahn war ausgesprochen klar, weil der Himmel drei Tage im klarsten Blau war. Von daher war nahezu schon „alles in Butter“ mit dem Literaturaustausch Maribor-Marburg. Diesmal mit vertauschten Orten!

 

Denn letztes Mal, vor gut einem Jahr, war eine Marburger Autorengruppe aus Marburg nach Maribor geladen, wie es der geistesgegen-wärtigen Tagespresse damals zu entnehmen war.

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Der sehr hohe Blick "von oben"

Mochten die Maribor-Gäste ein wenig die Weitläufigkeit Maribors vermissen, so konnten sie hingegen fleißig Treppen steigen oder Aufzug fahren und auf verwinkelte Dächer schauen. Der „Blick von oben“ ist eben eine Marburger Spezialität! Um nicht zu sagen, eine Touristenattraktion! Fast die ganze Welt will ihn einmal gesehen haben, diesen „Marburger Blick von oben“. Zum „Blick von oben“ gehörte natürlich auch der Besuch der alten Universität, mit einem sehr hohen Blick von oben - wie sollte man sonst den Blick vom Katheder der Theologie nennen. Immerhin: die Alte Aula „impressed“.



Weiteres gab‘s zu sehen, was Marburger hingegen schon alles kennen. Auch den Tisch im Café Vetter, an dem der Philosoph Martin Heidegger und die Studentin Hanna Arendt nach ihrem diskreten Tête-à-Tête gefrühstückt haben sollen. So eine Anekdote hört man doch gerne, weil sie einfach zu schön ist, um wahr zu sein. Wozu gibt es sonst Literatur! Wahrheit ist einfach zu langweilig.

 

 


Am Vortag der Lesung im Cafè Vetter fanden im Teeraum der lutherischen Pfarrkirche ergiebige Gespräche über Lyrik und Lesungen slowenischer Dichtung mit ihren Übersetzungen statt .


Zuvor waren die die Gäste von der Stadt Marburg zu Tisch geladen worden.

 

 

 






Die Feuerprobe: Lesung im Café Vetter

Am Sonntag endlich auf dem Podest am kleinen Tisch neben dem schwarzen Klavier im Café Vetter: die Feuerprobe: Slowenische Lyrik und Prosa erklangen im Café, umrahmt von Klavierimprovisationen der Pianistin und Komponistin Roswitha Aulenkamp. Und die deutschen Übersetzungen von Ursca Cerne, errangen ihren akustischen Sieg mit der distinguierten Vortrags-Stimme Gerlinde Schwebels.



Roswitha Aulenkamp am Klavier mit eignenen Kompositionen.




















„Marvellous! Great!“

Der Blick von der Lutherischen Pfarrkirche auf die tiefliegenden Dächer ließ Vogelflug erahnen: „Marvellous! Great!“ Englisch eilte schnell zu Hilfe, falls deutsches Sprachverständnis ins Wanken kam. Doch Wanken kennt der Marburger nicht. So blieb der erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow standhaft bei seiner Einladung der slovenischen Gäste zum abendlichen gemeinsamen Mal am historischen Marktplatz, und gab den Gästen Einblick über die Organisation der Stadt und des Landkreises und deren Zusammenarbeit.

So viel Marburg hatten die „Marburger“ Slovenen (fast) nicht erwartet. Und als noch der Zug wartete, um sie nach Frankfurt zu bringen, war die „Drau“ wieder die Lahn und in Marburg wurde wieder hessisch gesprochen.




Kristina Kočan
(1981, Slovenia) is a poet and a translator. In 2016, she received a PhD in Contemporary American Poetry at the Faculty of Arts in Maribor. So far, three of her poetry collections have been published, namely Šara (2008, Litera), Kolesa in murve (2014, Zavod Itadakimasu) and Šivje (2018, Litera). Her debut was nominated for the Best Debut Award. In 2009, she published her translations of selected poems by Audre Lorde, entitled Postaje (ŠKUC). In 2006, she co-translated the anthology of African-American poetry, entitled Govoreči boben (Separatio). Her poetry, translations and articles are published in major Slovene literary magazines as well as journals abroad. She spent the summer of 2018 as a poet-in-residence in the Netherlands working on her new cycle of poems. She lives in Maribor.

Kristina Kočan (geboren 1981 in Slovenien) ist eine Dichterin und Übersetzerin. 2016 erhielt sie den akademischen Titel PhD in Zeitgenössischer Amerikanischer Dichtung an der Fakultät der Kunst in Maribor. Bislang sind drei ihrer Poesiesammlungen veröffentlicht worden: wie „Šara (2008, Litera)“, „Kolesa in murve (2014, Zavod Itadakimasu)“ und „Šivje (2018, Litera)“.
Ihr Debüt wurde für den Besten-Debüt-Wettbewerb nominiert. 2009 veröffentlichte sie ausgewählte Gedichte von Audre Lorde mit dem Titel „Postaje (ŠKUC)“. 2006 war sie Mitübersetzerin der Anthologie von Afrikanisch-Amerikanischer-Dichtung mit dem Titel „Govoreči boben (Separatio)“.
Ihre Gedichte, Übersetzungen und Artikel werden in führenden slowenischen Literaturmagazinen, als auch in Journalen im Ausland publiziert.
Sie verbrachte den Sommer 2018 als ein “poet-in-residence” in Holland und arbeitete an ihrem neuen Gedichts-Zyklus.
Sie lebt in Maribor.




Petra Kolmančič
is a Slovene poet, editor and producer who was born in 1974 in Ptuj. She works in Maribor‘s Youth Culture Center where she deals with the production of literature and performance events as well as the coordination and organization of culture programmes.
Petra‘s poems have been published in literary journals and anthologies at home as well as abroad. Her work has been translated into German, English, Hungarian, Spanish, Croatian and Bosnian. Petra regularly appears at literary festivals and poetry readings. To create new poetic forms and experiences she often combines her poetry with music, videos, images, sound, movement, animations and computer arts.
In 2014 Petra won the prestigious Veronika Poetry Prize for best poetry collection book for her collection of poems with the title ‚P(l)ast za p(l)astjo‘ (‚Layer after layer/Trap after trap‘).Her other books of poetry include 'Luknja'/'The Hole' (1994), Šus v glavo/A Shot to the Head' (1996), 'Slina /Saliva' (1998), and 'Uvod v poželenje/An Introduction to Desire' (2004).
In 2017 she published her sixth book of poetry, 'Tretja oseba dvojine'/'Third Person Dual'. In 2019 she was granted the important Glazer Preis of Maribor for all of her cultural achievements.




Petra Kolmančič ist eine slowenische Autorin, Herausgeberin und Produzentin, geboren in Ptuj (1974.) Sie arbeitet im Jugendkulturzentrum von Maribor, wo sie mit der Produktion von Literatur und Performance Tests beschäftigt ist sowie mit der Koordinierung und Organisierung kultureller Programme.
Kolmančič`s Gedichte sind in Literaturjournalen und Anthologie im Inland als auch im Ausland veröffentlicht worden. Ihre Arbeiten sind ins Englische, Deutsche, Ungarische, Spanische, Kroatische und Bosnische übersetzt worden. Kolmančič erscheint regelmäßig auf Literaturfestivals und Gedichtlesungen. Um neue politische Formen zu schaffen und auszuprobieren kombiniert sie häufig ihre Gedichte mit Musikvideos, Bilder-, Sound-, Bewegungs-, Animations- und Computerkunst.

2014 gewann Kolmančič den bekannten Veronika Poetry Prize für den besten Gedichtsammlungs-Band mit dem Titel 'P(l)ast za p(l)astjo' ('Layer after layer/Trap after trap'). Ihre anderen Gedichtbände beinhalten 'Luknja'/'The Hole' (1994), Šus v glavo/A Shot to the Head' (1996), 'Slina/Saliva' (1998), und 'Uvod v poželenje/An Introduction to Desire' (2004).
2017 veröffentlichte sie sechs Gedichtbände 'Tretja oseba dvojine'/'Third Person Dual'. 2019 erhielt sie den wichtigen Glazer Preis von Maribor für all ihre kulturellen Leistungen.

 

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