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Regina Dieterle in ihrer Lesung „Theodor Fontane“

Zu seinem 200. Geburtstag widmet Regina Dieterle Theodor Fontane eine umfassende Biografie. Lebendig, anschaulich und auf der Grundlage jüngster Recherchen zeichnet sie ein zeitgemäßes Bild des scheinbar vertrauten Autors, der zu den großen europäischen Romanciers des 19. Jahrhunderts zählt. Neben den Romancier tritt nun der Reiseschriftsteller und Journalist. Wechselseitig betrachtet, werden die engen Verbindungen zwischen dem literarischen und dem journalistischen Werk deutlich. Das wirft nicht nur ein neues Licht auf Fontanes Arbeitsweise, sondern verändert auch unsere Lektüre der Romane. Regina Dieterles Biografie öffnet die Augen für ein staunenswertes Werk. (Verlagsinformation, Hanser)

"Ich freue mich, dass wir heute einen Gast aus der Schweiz haben, Frau Regina Dieterle. Neben dieser sind mehrere Biografien erschienen, zum Teil mit wissenschaftlichem Anspruch, zum Teil fassen sie das Bekannte zusammen. Aber die umfangreiche Biografie von Frau Dieterle ist das Kompendium zum Leben von Fontane." Begrüßung durch Ludwig Legge


Was hatte eigentlich Fontane gemacht, bevor er den Roman anpackte?

Diesen Fragen ging u.a. Regina Dieterle in ihrer Lesung „Theodor Fontane“ ausführlich nach.



„Ich werde das Pferd beim Schwanz aufzäunen“, erklärte sie dem Publikum die Methode des Vortrages.
So war das Erste, was sie nannte, das Todesdatum Theodor Fontanes: 20. September 1898.

„Ich lese Ihnen meine Erkenntnisse ganz zum Schluss, die ich unter dem Titel gestellt habe: Ein weites Feld.“
Nachdem das Ende genannt war, war jedoch das Ende der Spannung noch nicht erreicht.



 

„Ich glaube, Antworten gefunden zu haben auf die Fragen:
Was trieb Fontane an? Wie ging er als Schriftsteller vor? Warum dauerte es solange bis er zum Romaneschreiben kam?“

Die Antworten darauf und ein weites Feld mehr sollten auf 832 Buchseiten folgen.

Aus einigen der ersten Seiten las Regina Dieterle u.a. vor:

“Er hatte verschiedene Lebenspläne, je nach Stimmungs- und Lebenslage sowie sozialen Umständen wechselten sie. Er lernte Apotheker, begriff sich schon früher als Dichter und war ein hellwacher politischer Kopf.“

„Das war kein Widerspruch“, führte die Vortragende weiter aus. „Erst als er zu entscheiden hatte, womit er sein Geld verdienen sollte, wusste er, dass er das nicht als Apotheker tun wollte, sondern als Schriftsteller und Journalist“




„Schreibe endlich Deinen Roman!“

Weil Fontane aber auch ein Zögerer und Zauderer war, drängten ihn schon früh seine Freunde: „Schreibe endlich Deinen Roman!“
Mit Schreiben als Regierungsjournalist, Redakteur, Reiseschriftsteller, Kritiker oder Kriegsbuchautor sicherte er zwar das Familieneinkommen: „Doch der Roman verlangte Kunst. Aber viele Romane, die er las, waren zu seiner Enttäuschung „Wie ein in den Teich geworfener Stein. Plopp! Ein paar Ringe und nach fünf Minuten ist alles wieder still und glatt.“


Regine Dieterle zeigt auf, wie Theodor Fontane, bevor er sich auf die großen und schweren Aufgaben des Romanciers konzentrierte, ein aktives, bewegliches Leben als Recherchen betreibender Journalist, Reise- und Kriegsbuchschriftsteller an verschiedenen Schauplätzen Europas seine Erfahrungen, Eindrücke und Menschenkenntnis gesammelt hatte, die er dann als Grundlage für seine Weltkenntnis in seine Romane mit einging.

Diese praktischen Verbindungen mit dem Journalismus und den Zeitungskritiken sowie mit dem Tagesgeschehen verbindet Theodor Fontane mit anderen Romanciers wie Charles Dickens und Honoré de Balzac.

• Gebundene Ausgabe: 832 Seiten
• Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 2 (24. September 2018)
• Sprache: Deutsch
• ISBN-10: 9783446260351
• Preis: 34, 00 €








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